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BSE (Rinderwahnsinn)

BSE (Rinderwahnsinn)

Im Rahmen unseres unternehmensweiten Engagements, Ihr Unternehmen – und die Welt – sauberer, sicherer und gesünder zu machen, arbeitet Ecolab mit Ihnen zusammen an Lösungen für Ihre Probleme im Bereich der Lebensmittelsicherheit und -kontamination.

Was ist BSE (Rinderwahnsinn)?

Die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) oder der Rinderwahnsinn ist eine „übertragbare, neurodegenerative, tödliche Hirnerkrankung von Rindern“. Sie wurde erstmals im Jahr 1986 im Vereinigten Königreich diagnostiziert und Untersuchungen legen nahe, dass Rinderhirn und -rückenmark, die durch den BSE-Erreger (Prion genannt) kontaminiert wurden, möglicherweise als Inhaltsstoffe in Viehfutter verwendet wurden. Es ist nicht definitiv bekannt, wie der Erreger aufgetreten sein könnte, aber Forscher vermuten, dass die Infektion bei Rindern spontan aufgetreten ist oder möglicherweise aus Schlachtkörpern von Schafen mit einer ähnlichen Krankheit namens Scrapie in Viehfutter übergegangen ist (Centres for Disease Control, 2002).

WAS SIND DIE SYMPTOME UND WIE WIRD DIE KRANKHEIT ÜBERTRAGEN?

Bei Rindern beeinflusst BSE das Gehirn und das Rückenmark und verursacht schwammige Defekte, die unter einem Mikroskop sichtbar sind. Betroffene Tiere weisen auch verschiedene neurologische Symptome auf.

Die Übertragung auf Tiere erfolgt durch den Verzehr von Futtermitteln, die Teile von infizierten Rindern enthalten.

WIE WIRD BSE KONTROLLIERT?

Die primäre Kontrolle von BSE erfolgt über die Bezugsquelle. Bei der Futtermittelverarbeitung wird das infektiöse Element im Allgemeinen nicht zerstört, da es sehr stabil ist und dem Einfrieren, Trocknen und Erhitzen bei normalen Kochtemperaturen widersteht, selbst beim Pasteurisieren und Sterilisieren. Daher konzentrieren sich die Kontrollmaßnahmen darauf, kontaminierte Rinder und deren Kälber zu töten und nur nicht-infektiöses Gewebe gesunder Tiere zu verwenden. Fleisch, Eutergewebe, Haut, Haare, Blut, Serum, Herz und Nieren weisen keine nachgewiesene Infektiosität auf. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis von BSE in Milch.

Eine Studie des Harvard Center for Risk Assessment zu verschiedenen BSE-Szenarien in den USA kam zu dem Schluss, dass die FDA-Regelung für Wiederkäuerfutter (nachfolgend beschrieben) eine wichtige Abwehrmaßnahme gegen diese Krankheit darstellt.

HINTERGRUND

Im Jahr 1988 verbot das Vereinigte Königreich die Verwendung von Wiederkäuerproteinen bei der Herstellung von Tierfutter („Wiederkäuer“ bezieht sich auf alle Paarfhufer, üblicherweise gehörnte Säugetiere der Unterklasse Wiederkäuer wie Rinder, Schafe, Ziegen und Hirsche). 1989 wurde im Vereinigten Königreich die Verwendung von Rinderschlachtnebenerzeugnissen (Abfall oder Nebenprodukt), die ein potenzielles Risiko für Menschen in der Lebensmittelkette darstellen könnten, ebenfalls verboten. Als in den darauffolgenden Jahren neue Forschungsergebnisse an den Tag kamen, wurde die Liste der verbotenen Rinderschlachtnebenerzeugnisse überarbeitet. 1994 verbot die Europäische Union die Verfütterung von Säugetierfleisch und -knochenmehl an Wiederkäuer. Die tatsächliche Einführung dieses Verbotes und dessen Überprüfung sind jedoch von Land zu Land unterschiedlich. 2001 wurde aufgrund des anhaltenden Risikos ein vollständiges Verfütterungsverbot eingeführt. Die Überwachung von Rindern auf BSE wird fortgesetzt und obwohl gelegentlich Fälle gemeldet werden, sinken die insgesamten Vorfälle bei Rindern. Keines der positiv getesteten Rinder war Teil der Lebensmittelkette.

Die Einfuhr lebender Wiederkäuer (Rinder, Schafe und Ziegen) sowie von Wiederkäuerprodukten aus Ländern, in denen BSE festgestellt wurde, unterliegt strengen US-amerikanischen Beschränkungen, welche später auf alle europäischen Länder ausgedehnt wurden. Nach Überprüfung der britischen Nachweise, dass mit Wiederkäuergewebe kontaminiertes Futter ein vermuteter Faktor für den BSE-Ausbruch war und dies zu einer möglichen Übertragung von BSE auf den Menschen führen könnte, führte die US-amerikanische Food and Drug Administration ein ähnliches Verbot für die Verfütterung von Wiederkäuern ein, das im Oktober 1997 vollständig in Effekt trat.

VARIANTE CJD-KRANKHEIT BEI MENSCHEN

Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) ist eine tödliche Erkrankung des Menschen, die BSE ähnelt. Die CJD-Rate ist weltweit niedrig und die Häufigkeit von CJD im Vereinigten Königreich ähnelt der in anderen Ländern. Zwischen 1994 und 1996 traten jedoch zehn ungewöhnliche Fälle (variante Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, vCJD) bei jüngeren Personen ohne gemeinsame Risikofaktoren auf. Wie BSE wird vCJD durch ein Prion verursacht und es wird vermutet, dass der Verzehr von kontaminiertem Rindergewebe vCJD verursachen kann. Die Inkubationszeit für vCJD beträgt wahrscheinlich viele Jahre bis Jahrzehnte, sodass in regelmäßigen Abständen neue Fälle von vCJD bei Menschen beobachtet werden können. Beim Menschen verursacht vCJD neurologische Anomalien und verläuft immer tödlich.

Wenn Sie Hilfe zu diesem Thema benötigen oder weitere Fragen zur Lebensmittelsicherheit für Ihren Betrieb haben, kontaktieren Sie uns bitte.

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