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Hygiene ist der Weg aus der Pandemie

Mother pouring hand sanitizer on her daughter's hands

Der größte Teil Europas ist wieder für Geschäfts- und Freizeitaktivitäten geöffnet. Ein zunehmendes Gefühl von Sicherheit senkt die Wachsamkeit der Menschen in der gesamten Region, und viele sind es leid, sich an die vorgeschriebenen Abstände und Hygienemaßnahmen zu halten. Um die Krankheit zu besiegen, dürfen wir jedoch nicht in unserem Engagement für erhöhte Hygienestandards nachlassen.  


Die SARS-CoV-2-Pandemie hat die Stärken und Schwächen unserer Arbeits-, Wirtschafts- und Gesundheitssysteme ans Licht gebracht.


Die Unfähigkeit, das Angebot an persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu erhöhen, war sofort offensichtlich.  Ein Mangel an Krankenhausbetten, Schutz- und medizinischen Ausrüstungen behinderte die Versorgung kritischer Patienten in den am stärksten betroffenen Ländern, darunter Frankreich, Spanien und Italien. Der Höhepunkt in Europa ist nun vorbei, und die schwierige Zeit hat die Region näher zusammenrücken lassen. In einer koordinierten Initiative hat die Europäische Kommission den Fond EU4Health in Höhe von 9,4 Mrd. Euro eingerichtet. Damit soll die Abwehrbereitschaft weiter erhöht und ein ausreichender Vorrat an wichtigen Versorgungsgütern geschaffen werden, um die Gesundheitssysteme vor Engpässen zu schützen1. 


Das Coronavirus infiziert unsere Bevölkerung nach wie vor inunterschiedlicher Intensität, im Zuge der zunehmenden Lockerungen in Europa meist als Cluster. Wir können nicht davon ausgehen, dass bei der Rückkehr zur Normalität ähnlich drastische Maßnahmen wie die ursprünglichen Ausgangsbeschränkungen ergriffen werden.  Dr. Andrea Ammon, Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), und Dr. Hans Kluge, WHO-Direktor für Europa, haben vor einer zweiten Welle in Europa gewarnt. Die konsequente Einhaltung höherer Hygienestandards ist der sicherste und nachhaltigste Ausweg aus der Pandemie und zurück zum Wirtschaftswachstum, wenn die Reise in die neue Normalität beginnt.


Und die neue Normalität hat schon längst begonnen.  Auf den meisten europäischen Märkten sind die Beschränkungen zurückgefahren, Restaurants heißen erneut Gäste willkommen, Büros öffnen wieder und mit den steigenden Temperaturen des Sommers finden gesellige Zusammenkünfte statt. Opentable, eine globale Reservierungsplattform für Restaurants, zeigt eine starke Erholung. So übertraf z. B. der Buchungsstand in Deutschland am 28. Juni 2020 den des Vorjahres2


Ermutigende Signale aus dem Gastgewerbe dürfen jedoch nicht zu einer Unbekümmertheit führen. Die Menschen werden vergessen, sich an die Abstände und andere Sicherheitsmaßnahmen zu halten, während die Erinnerung an die Ausgangsbeschränkungen schwindet, was zu einer zweiten Welle führen kann. Eine Untersuchung der französischen Gesundheitsbehörde vom 29. Mai ergab, dass die Einhaltung der vier von der WHO empfohlenen Hygienemaßnahmen, wie häufiges Händewaschen oder das Abdecken von Mund und Nase beim Husten oder Niesen, seit Ende März bereits um fast 10 % zurückgegangen war3. Weitere Aufklärungskampagnen zur Bedeutung von Händewaschen, Reinigung und Desinfektion könnten dazu beitragen, dieses Risiko zu senken, während wir auf einen Impfstoff warten. 


Durch die Pandemie sind Desinfektion und Hygiene, die normalerweise „hinter den Kulissen“ stattfinden, in den Vordergrund gerückt. Zu Beginn der Pandemie wurde die Branche von der exponentiell gestiegenen Nachfrage nach Flächen- und Händedesinfektionsmitteln geradezu überrannt. Unser Unternehmen hat zum Beispiel die Lieferkettenkapazität in Europa um das Siebenfache erweitert. Damit wollen wir zu den höheren Sauberkeitsstandards, welche von der Öffentlichkeit angesichts der Öffnung aller Branchen erwartet werden, beitragen.


Diese Nachfrage wird auch in nächster Zeit nicht nachlassen. Und das sollte sie auch nicht. Die bessere Einhaltung der Hände- und Umfeldhygiene in der Zeit der Pandemie hat bereits positive, weiter greifende Auswirkungen. Verstärkte Hygienemaßnahmen führen direkt zu einer Reduzierung krankenhausbedingter Infektionen (HAIs) und verringern den Einsatz von Antibiotika. Laut eines neuen Artikels, der im American Journal of Infection Control veröffentlicht und im Auftrag des Global Hygiene Council verfasst wurde, kann häusliche und kommunale Hygiene dazu beitragen, Hunderttausende von Todesfällen pro Jahr durch antimikrobielle Resistenz (AMR) zu vermeiden.


Wir brauchten diesen Weckruf. Die Einhaltung der Händehygiene war schon immer ein Problem, besonders im Gesundheitswesen. Untersuchungen hatten ergeben, dass nur 38,7 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen ihre Hände oft und gut genug waschen4. Durch die Verbreitung des Virus in ganz Europa wurde jedem Einzelnen bewusst, wie wichtig das simple Waschen der Hände mit Wasser und Seife bzw. das Einreiben der Hände mit Desinfektionsmittel ist. 


Wir alle sind aufgerufen, Hygienemaßnahmen einzuhalten und Hände und Oberflächen sauber zu halten und damit das Wiederaufflammen des Virus zu verhindern. Die Menschen müssen kontinuierlich über die Bedeutung persönlicher Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden, und die Unternehmen müssen Verhaltensweisen, die der Sauberkeit und Sicherheit dienen, strikt einhalten.  Ein sichtbares Engagement für Hygiene – wie das Einreiben der Hände von Mitarbeitern mit Desinfektionsmitteln oder das sichtbare Reinigen von Oberflächen durch Kellner und Beschäftigte in Supermärkten – trägt dazu bei, dass sich alle sicherer und gesünder fühlen. Drei Viertel der Teilnehmer an einer Umfrage in Großbritannien haben ausgesagt, dass gute Hygiene ihre Entscheidung für einen Restaurantbesuch jetzt stärker beeinflussen wird als vor dem Lockdown5. Dies ist von grundlegender Bedeutung für Gesundheitseinrichtungen, die nach wie vor Patienten betreuen, und für Forschungseinrichtungen, die um die Entwicklung eines Impfstoffs wetteifern. Es ist aber auch von entscheidender Bedeutung für die Erzeugung sicherer Nahrungsmittel und die Bereitstellung von sauberem Wasser. 


Wir benötigen gemeinsame, kontinuierliche Anstrengungen zum Schutz unserer Lebensweise. Hygiene ist ein sicherer und nachhaltiger Weg aus der Pandemie in eine saubere und gesündere Zukunft. 


 


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(1) https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/SPEECH_20_965

(2) https://www.opentable.com/state-of-industry

(3) https://www.santepubliquefrance.fr/etudes-et-enquetes/covid-19-une-enquete-pour-suivre-l-evolution-des-comportements-et-de-la-sante-mentale-pendant-l-epidemie#block-242830

(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5668933/#R11 Allegranzi B, Gayet-Ageron A, Damani N, Bengaly L, McLaws ML, Moro ML, Memish Z, Urroz O, Richet H, Storr J, et al. Global implementation of WHO's multimodal strategy for improvement of hand hygiene: a quasi-experimental study. Lancet Infect Dis. 2013;13:843–851.

(5) https://www.foodsafetynews.com/2020/05/survey-finds-hygiene-focus-when-eating-out-after-covid-19-lockdown/

Über den Autor

Sam de Boo, EVP & President Western Europe, Ecolab

EVP & President Westeuropa, Ecolab

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