Händehygiene ist überall wichtig, wo gearbeitet wird

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Der Welttag des Händewaschens erinnert uns jedes Jahr daran, dass eine der einfachsten Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge nach wie vor zu den wichtigsten gehört. Die Situationen, in denen am Arbeitsplatz Händewaschen erforderlich ist, mögen unterschiedlich sein, doch die Maßnahme selbst ist überall dieselbe.

Ein Mitarbeiter beginnt seinen Arbeitstag. Ein Teammitglied oder Kollege wechselt von einer Aufgabe zur nächsten. Jemand hantiert mit Materialien, reinigt einen Arbeitsplatz, bereitet Lebensmittel zu, verwendet gemeinsam genutzte Geräte oder bedient einen Kunden. In all diesen Situationen trägt Händewaschen dazu bei, die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Kunden und der Gemeinschaft zu schützen.

Diese alltäglichen Momente verdienen Aufmerksamkeit. Saubere Hände sind nicht auf eine bestimmte Tätigkeit, Branche oder Art von Arbeitsplatz beschränkt. Sie sind ein wichtiger Bestandteil sicherer Arbeitsabläufe.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Händehygiene nach wie vor eine der wirksamsten und kostengünstigsten Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge1. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Infektionsprävention und -kontrolle, da sie die Verbreitung von Krankheitserregern eindämmt und zum Schutz unserer Gemeinschaften beiträgt. Dennoch stellen der Zugang zu Möglichkeiten zum Händewaschen sowie das entsprechende Verhalten und die konsequente Umsetzung Unternehmen weltweit weiterhin vor Herausforderungen.

In der heutigen Arbeitswelt trägt Händehygiene zum Wohlbefinden der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei, schützt Kunden und stärkt das Vertrauen in die Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Händewaschen zu einer festen Gewohnheit am Arbeitsplatz zu machen, erfordert mehr, als lediglich einen Hinweis neben einem Waschbecken anzubringen. Mitarbeitende müssen wissen, wann und wie sie sich die Hände waschen sollen, und einfachen Zugang zu den benötigten Produkten haben. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass Händewaschen einfach umzusetzen und dauerhaft in den Arbeitsalltag zu integrieren ist.

Die Wissenschaft dahinter ist dieselbe, die Situationen sind unterschiedlich

Die Grundlagen des Händewaschens sind an jedem Arbeitsplatz dieselben. Gründliches Waschen mit Wasser und Seife hilft, Schmutz und Kontaminierungsstoffe von den Händen zu entfernen und so das Risiko einer Krankheitsübertragung zu verringern Wichtig ist, die Hände mindestens 20 Sekunden lang zu waschen und dabei auch die Handrücken, die Fingerzwischenräume und die Bereiche unter den Nägeln zu reinigen. Was sich unterscheidet, ist die Art und Weise, wie sich das Händewaschen in die jeweiligen Arbeitsabläufe einfügt.

Einige Situationen, in denen Händewaschen wichtig ist, sind überall gleich, etwa nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Husten oder Niesen und immer dann, wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind2. Andere hängen von der jeweiligen Tätigkeit ab, beispielsweise bei der Zubereitung von Lebensmitteln oder Materialien, nach Reinigungsarbeiten oder nach dem Ausziehen von Handschuhen.

Diese Unterschiede sind wichtig. Ein allgemeiner Hinweis kann nicht jeder Tätigkeit, jedem Arbeitsablauf und jedem Risiko am Arbeitsplatz gerecht werden. Wirksame Empfehlungen knüpfen das Händewaschen an konkrete, im Arbeitsalltag erkennbare Situationen und tragen so zu einem sicheren Arbeitsumfeld bei.

Händewaschen fest in den Arbeitsalltag integrieren

Die Bedeutung des Händewaschens zu erkennen, ist eine Sache. Es während einer geschäftigen Schicht einfach und praktikabel zu gestalten, ist oft die größere Herausforderung. Unternehmen können damit beginnen, zu prüfen, an welchen Stellen sich das Händewaschen auf natürliche Weise in die Arbeitsabläufe einfügt. Gibt es Situationen, in denen Mitarbeitende von einer Aufgabe zur nächsten wechseln, gemeinsam genutzte Materialien handhaben oder Lebensmittel zubereiten? Genau dann sind ein einfacher Zugang, ausreichend Waschutensilien und klare Vorgaben besonders wichtig.

Ein schwer zugängliches Waschbecken, ein leerer Seifenspender oder unklare Vorgaben können schnell zu einem Hindernis für eine gute Händehygiene werden. Besonders wichtig ist es, Waschbecken zum Händewaschen gut zugänglich zu halten und dafür zu sorgen, dass stets ausreichend Waschutensilien vorhanden sind. Eine Handwaschstation ist nur dann sinnvoll, wenn sie komplett funktionsfähig ist. Regelmäßige Kontrollen und klare Zuständigkeiten für das Auffüllen der Vorräte können verhindern, dass fehlende Produkte die Einhaltung guter Hygienestandards beeinträchtigen.

Wenn Wasser und Seife nicht verfügbar sind, kann Händedesinfektionsmittel in bestimmten Situationen geeignet sein, sofern die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind. Mitarbeitende sollten wissen, wann das Waschen mit Wasser und Seife erforderlich ist und wann Händedesinfektionsmittel als Alternative verwendet werden kann.

Klare Vorgaben fördern konsequente Gewohnheiten

Eine klare Kommunikation ist entscheidend, damit Mitarbeitende wissen, wann sie sich die Hände waschen müssen.

Am hilfreichsten sind Hinweise, die das Händewaschen mit einer konkreten Tätigkeit verknüpfen, etwa vor der Zubereitung von Lebensmitteln, nach dem Ausziehen von Handschuhen oder nach Reinigungsarbeiten. Wird das Händewaschen direkt in die Arbeitsabläufe integriert, kann es zur Gewohnheit werden, statt als zusätzliche Aufgabe empfunden zu werden.

Führungskräfte prägen das Verhalten am Arbeitsplatz, indem sie Erwartungen klar kommunizieren, Hindernisse beseitigen und die Bedeutung der Händehygiene als festen Bestandteil der täglichen Arbeit betonen. Wenn Mitarbeitende dazu ermutigt werden, Probleme anzusprechen, die das Händewaschen erschweren – etwa fehlende Waschutensilien, mangelnde Zugänglichkeit oder ungünstige Arbeitsabläufe –, wird es zu einem festen und geschätzten Bestandteil ihrer täglichen Routine.

Eine Kultur sauberer Hände schaffen

Effektive Händewaschprogramme beruhen auf drei grundlegenden Elementen: klaren Vorgaben, einem einfachen Zugang zu Waschgelegenheiten und den benötigten Utensilien sowie der konsequenten Förderung guter Hygienepraxis. Wenn diese Elemente zusammenspielen, können Unternehmen das Händewaschen zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitsalltags machen.

Der Welttag des Händewaschens bietet Unternehmen die Gelegenheit, die Grundlagen zu überprüfen und sich drei Fragen zu stellen:

  • Sind Waschbecken zum Händewaschen gut zugänglich?
  • Sind stets ausreichend Waschutensilien vorhanden?
  • Wissen die Mitarbeitenden, wann das Händewaschen bei ihrer Arbeit besonders wichtig ist?

Wo immer gearbeitet wird, beginnen saubere Hände mit klaren Vorgaben, leicht zugänglichen Ressourcen und einer Unternehmenskultur, die Menschen dabei unterstützt, das Richtige zu tun. Es mag eine kleine Maßnahme sein, doch sie kann wesentlich dazu beitragen, Arbeitsplätze sicherer, Menschen gesünder und Gemeinschaften stärker zu machen. Eine Kultur sauberer Hände zu schaffen, bleibt eine der einfachsten Möglichkeiten für Unternehmen, das zu schützen, was am wichtigsten ist.

Über den Autor

Karoline Sperling

Karoline Sperling

Karoline Sperling ist Managerin für professionelle klinische Dienstleistungen bei Ecolab. In ihrer Funktion ist Frau Sperling für die Erbringung klinischer Nachweise verantwortlich sowie für Partnerschaften mit Gesundheitsorganisationen, Verbänden und wichtigen Meinungsbildnern. Darüber hinaus ist sie an der Umsetzung von bewährten Verfahren in den Gesundheitsprogrammen und -lösungen von Ecolab beteiligt.

Frau Sperling hat einen Master of Public Health in Umweltgesundheit und einen Bachelor of Science in Medizintechnik von der University of Minnesota, Twin Cities. Sie verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Infektionsprävention und -kontrolle in verschiedenen Bereichen der Patientenversorgung wie Akutmedizin, ambulante Versorgung, Chirurgie und Verhaltensmedizin sowie bei speziellen Patientengruppen wie Pädiatrie, Verbrennungen und häuslicher Pflege.

Karoline Sperling ist derzeit Mitglied von AHE, APIC, AORN und SHEA. Sie ist seit 2013 zertifiziert für Infektionsprävention und -kontrolle (CIC) und trägt den Titel Fellow of APIC.

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